Unser Arbeitsprofil versteht sich allgemein als Kinder- & Jugendsozialarbeit und Sozialarbeit an Schulen.  Hier sind einige wesentliche fachliche Grundlagen unserer Arbeit zusammengefasst.

 

Selbstverständnis des Jugendhauses

·         Das Jugendhaus „Alte Post“ versteht sich als eine bedarfsorientierte, sozialpädagogisch betreute Kinder - & Jugendeinrichtung.

·         Hauptaspekt ist die soziale Betreuung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen.

 

Selbstverständnis von Sozialarbeit an Schulen

·         „Strukturell betrachtet ist Sozialarbeit an Schulen die Verankerung von Angeboten der Jugendhilfe sowohl an als auch im Umfeld der Schule.

·         Inhaltlich gesehen ist Sozialarbeit an Schulen der Versuch, die auf Grund gewachsener Strukturen weitestgehend vollzogene Trennung der Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen in verschiedene Lebensbereiche zu überwinden.

·         Sozialarbeit an Schulen versteht sich als Angebot zur entwicklungsbegleitenden Hilfe und Unterstützung, das sich in Bezug auf diesen ganzheitlichen Ansatz nicht nur an die Kinder und Jugendlichen selbst richtet, sondern das gesamte soziale Umfeld mit einschließt.“ (Rundschreiben 22/98 des MBJS)

 

Selbstverständnis der Fachkräfte

·         Wir verstehen uns als Rollenmodelle und eröffnen Kindern und Jugendlichen damit neue Handlungsoptionen.

·         Wir sind Ansprechpartner bei Fragen und Problemen zu Entwicklungsaufgaben und bei der Alltagsbewältigung.

·         Wir wirken deeskalierend indem wir uns bei Konflikten als Mittler zur Verfügung stellen.

·         Wir verstehen uns als Netzwerkarbeiter/innen, die Personen und Professionen zusammenbringen.

 

Rechtlicher Rahmen

·         SGB VIII § 9 Grundrichtung der Erziehung, Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen

·         SGB VIII § 11 Jugendarbeit

·         SGB VIII § 13 Jugendsozialarbeit

·         SGB VIII § 14 Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz

·         SGB VIII § 29 Soziale Gruppenarbeit

 

Zielgruppenanalyse

 

Individuelle/anthropogene Voraussetzungen

·         Kinder müssen im Übergang zur Adoleszenz eine Vorstellung davon entwickeln, wie sie als Mädchen/ Junge sein möchten bzw. welche Erwartungen die Gesellschaft an das Verhalten eines Mädchen/ Jungen richtet.

·         In einer Zeit, in der die Lebensentwürfe von Frauen und Männern immer pluraler werden, gibt es dafür keine eindeutigen klaren Vorbilder mehr.

·         Insbesondere in 1-Eltern-Familien bestehen oft nur sehr eingeschränkte Lernmöglichkeiten im Hinblick auf die Ausgestaltungsmöglichkeiten von Geschlechterrollen.

 

Im Rahmen der JA/ JSA sind nachfolgende altersspezifische Entwicklungsaufgaben wesentlich:

·         Entwicklung einer positiven Einstellung zu sich selbst als Person

·         Lernen mit Altersgenossen zurechtzukommen

·         Aneignung eines angemessenen männlichen oder weiblichen Rollenverhaltens

·         Entwicklung von Konzepten und Denkschemata, die für das Alltagsleben notwendig sind

·         Ausbildung von Einstellungen gegenüber sozialen Gruppen

 

Soziokulturelle Voraussetzungen

·         Die Stadt ist quantitativ mit sozialen Angeboten gut ausgestattet, dabei ist aber festzuhalten, dass es sich hier um einen stark belasteten Sozialraum handelt.

 

            Ökologisches Zentrum:

·         Kinder & Jugendliche: leben mehrheitlich in Familie oder Patchworkfamilie, ein nicht zu unterschätzender Teil allerdings auch bei allein erziehendem Elternteil, ferner eventuell Jugendliche aus dem betreuten Wohnen

 

            Ökologischer Nahraum:

·         Großräschen ist durch einen kleinstädtischen Charakter geprägt.
Wesentliche Treffpunkte sind u.a. Schulen, Jugendeinrichtungen, Park, Supermärkte und andere öffentliche Plätze

 

Ökologischer Ausschnitt:

·         Der Großteil der Kinder bzw. Jugendlichen besucht noch die örtliche Schule oder befindet sich in Berufsausbildung bzw. artverwandten Projekten. Die finanzielle Situation ist familienabhängig und reicht von sehr guter Absicherung bis hin zum ALG II-Bezug.

 

            Ökologische Peripherie:

·         Nicht allen ist es aufgrund ihrer finanziellen Situation möglich, Urlaube zu verbringen. Andere besondere Aktionen sind nur teilweise realisierbar, entweder aufgrund der damit verbundenen Kosten oder auch aufgrund mangelnder Initiative, besonders bei  Jugendlichen.

 

            Ökologische Utopie:

·         Kinder & Jugendliche habe viele Ideen, aber oft können diese nicht umgesetzt werden Als Grund werden Fehlende Räume/ Treffpunkte und ein fehlendes Verständnis angegeben.

 

Ziele: Neben den in §§ 1; 8; 9 und 11 SGB VIII genannten Zielstellungen steht die Förderung der Entwicklung junger Menschen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Menschen im Focus.

 

Erziehungsziele

·         Unterstützung junger Menschen damit sie selbstständig werden, sich (weiter) entwickeln, sich (und ihre Interessen) artikulieren

·         in einem geschützten, überschaubaren Rahmen Verantwortung übernehmen, aus Fehlern lernen können, sich in Aushandlungsprozesse begeben

·         soziale Kompetenzen (z.B. Konfliktfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Kompromissfähigkeit, Durchsetzungsvermögen) entwickeln und ihr Verhaltensrepertoire erweitern können

·         Verantwortung im Gemeinwesen übernehmen.

 

Handlungsziele

·         Informelle Bildung und Bildung als attraktives Freizeitangebot

·         Alternative Wissensvermittlung, Perspektiven eröffnen

·         Beratung, Alltagsbewältigungsstrategien entwickeln

·         Entwicklung sozialen Engagements & Entwicklung von gesellschaftlichen und politischen Verantwortungsgefühl

 

Lernzielebene:

·         Engagement zu entwickeln und zu fördern (Einladungen zum Mitwirken, Interessen finden und ihnen nachgehen können etc.),

·         der/die Jugendliche soll gestärkt werden, die Verantwortung für sein Anliegen, einen Konflikt bzw. das Problem zu übernehmen und wird unterstützt, damit umzugehen. Somit werden das Selbstbewusstsein und die Selbstständigkeit gefördert,

·         der/die Jugendliche soll unterstützt werden ein Anliegen, einen Konflikt und/oder ein Problem zu artikulieren und zu verstehen, die Beteiligten und die Zusammenhänge zu erkennen und die Ereignisse zu reflektieren ,

·         Gruppenfähigkeit entwickeln und  fördern (Begegnung, Aushandlung von Regeln etc.), Beziehung / Kontakt untereinander und mit der SozialarbeiterIn (AnsprechpartnerIn etc.) herstellen